300 Seemeilen für den SKS nachweisen: So geht's
Der Sportküstenschifferschein verlangt 300 Seemeilen Praxis, bevor du zur Prüfung darfst. Hier erfährst du, welche Meilen und Reviere anerkannt werden, wie du sie am schlausten sammelst – und wie du sie so dokumentierst, dass der Prüfungsausschuss nichts zu beanstanden hat.
Was verlangt der SKS an Seemeilen?
Der Sportküstenschifferschein (SKS) ist der amtliche Schein für Yachten in Küstengewässern. Für die Zulassung zur Prüfung musst du 300 Seemeilen auf Yachten in Küstengewässern nachweisen – gefahren mit der Antriebsart des angestrebten Scheins. Strebst du den SKS unter Segel an, müssen die Meilen unter Segel entstanden sein; für die Antriebsart Motor entsprechend unter Motor. Jollenmeilen oder Fährüberfahrten zählen nicht – es muss eine Yacht sein.
Voraussetzung für die SKS-Prüfung ist außerdem der SBF See. Die gute Nachricht: Deine Seemeilen dürfen auch aus der Zeit vor dem SBF-See-Erwerb stammen. Wer also schon Jahre als Crew mitgesegelt ist, bringt sein Meilenkonto mit. Die amtlichen Grundlagen und Prüfungsinfos findest du bei elwis.de und beim gemeinsamen Prüfungsportal von DSV und DMYV, sportbootfuehrerscheine.org.
Welche Reviere zählen als Küstengewässer?
Küstengewässer sind alle Meere bis 12 Seemeilen Abstand von der Festlandküste. Damit zählen die klassischen Ausbildungsreviere: Ostsee und Nordsee ebenso wie Mittelmeer, Adria, Atlantikküste oder die Kanaren. Nicht anerkannt werden Binnenreviere – Seen, Flüsse, Kanäle.
Der bekannteste Stolperstein: Das Ijsselmeer zählt für den SKS nicht. Es gilt nicht als Küstengewässer, so beliebt es als Segelrevier auch ist. Wer dort seinen Meilentörn bucht, sammelt fürs deutsche SKS-Konto null Meilen – für den Schweizer Hochseeausweis dagegen würden sie zählen. Prüfe also vor der Buchung, wo der Törn wirklich stattfindet.
So sammelst du die 300 Meilen
Die 300 Seemeilen müssen nicht am Stück gefahren werden – du darfst beliebig viele Törns addieren. Bewährte Wege:
- Meilentörn: Törns, die gezielt Strecke machen – mit langen Schlägen und Nachtfahrten. Bei typischen Tagesetappen von 40–60 sm kommen in einer Woche schnell 250–350 sm zusammen; die 300 SKS-Meilen sind damit in einem Urlaub machbar.
- Chartertörn als Crew: Jeder Urlaubstörn zählt, wenn der Skipper dir die Meilen bestätigt. Auch gemütliche Wochen mit 150 sm füllen das Konto.
- Vereinstörns: Segelvereine und Hochschulgruppen bieten günstige Mitsegel-Gelegenheiten mit erfahrenen Schiffsführern.
- Ausbildungstörns: SKS-Praxistörns der Segelschulen kombinieren Manövertraining mit Meilen – ideal, wenn dir noch ein Rest fehlt.
Wichtig: Lass dir die Seemeilenbestätigung direkt am Ende jedes Törns vom Skipper unterschreiben. Monate später ist der Charter-Skipper kaum noch erreichbar – und das Bord-Logbuch, das deine Meilen belegt, bleibt beim Schiff.
Was muss die Bestätigung enthalten?
Für den SKS gibt es kein vorgeschriebenes Formular – die Bestätigung kann formlos erfolgen. Enthalten sein müssen: Schiffsname und -typ, Fahrtgebiet bzw. Route, Zeitraum, deine Funktion an Bord, die Distanz in Seemeilen sowie Name, Anschrift und Unterschrift des Schiffsführers. Warst du selbst Schiffsführer, ist sogar die Eigenbestätigung anerkannt – dann belegt dein sauber geführtes Logbuch die Meilen, das der Prüfungsausschuss jederzeit nachfordern kann. Alle Details und Pflichtangaben findest du im Guide Seemeilenbestätigung.
Fristen: Verfallen die Meilen?
Nein. Gesammelte Seemeilen verfallen nicht – du kannst sie über Jahre zusammentragen, auch mit langen Pausen dazwischen. Eine Frist gibt es nur bei der Prüfung selbst: Alle Prüfungsteile (Theorie und Praxis) müssen innerhalb von 24 Monaten abgelegt werden. Wer die Theorie besteht, sollte die praktische Prüfung also nicht ewig aufschieben.
Mit SeaMemo: 300 GPS-belegte Meilen statt Zettelwirtschaft
Statt nach jedem Törn Routen zu rekonstruieren und Distanzen zu schätzen, lässt du SeaMemo mitlaufen:
- Törn tracken: SeaMemo zeichnet Route, Etappen und Distanz per GPS auf – offline und im Hintergrund, auch ohne Mobilfunknetz auf See.
- Meilenstand im Blick: Der Seemeilen-Zähler im Sailor-Profil zeigt dir jederzeit, wie weit du auf dem Weg zu den 300 Meilen bist.
- SKS als Prüfungstyp wählen: SeaMemo überträgt deine getrackten Törndaten – Revier, Zeitraum, Seemeilen – in das passende Formular.
- PDF unterschreiben lassen: Das fertige PDF gibst du dem Skipper noch im Hafen zur Unterschrift – abgabefertig für den Prüfungsausschuss.
Deine 300 SKS-Meilen, GPS-belegt
Lade SeaMemo kostenlos, tracke jeden Törn automatisch und erstelle die Seemeilenbestätigung für den SKS mit einem Tipp als PDF.
Häufige Fragen zu den SKS-Seemeilen
Zählen Motormeilen für den SKS?
Nur, wenn du den SKS für die Antriebsart Motor anstrebst. Die 300 Seemeilen müssen mit der Antriebsart des angestrebten Scheins gefahren sein – für den SKS unter Segel also unter Segel. Reine Motorstunden füllen das Segel-Meilenkonto nicht.
Zählt das Ijsselmeer für den SKS?
Nein. Das Ijsselmeer gilt für den deutschen SKS nicht als Küstengewässer, dort gefahrene Meilen werden nicht anerkannt. Kurios: Für den Schweizer Hochseeausweis zählen Ijsselmeer und Markermeer sehr wohl.
Müssen die 300 Seemeilen am Stück gefahren werden?
Nein. Du kannst die 300 sm auf beliebig viele Törns verteilen und für jeden Törn eine eigene Seemeilenbestätigung einreichen. Auch verschiedene Reviere lassen sich kombinieren – Hauptsache Küstengewässer und die richtige Antriebsart.
Kann ich Meilen schon vor dem SBF See sammeln?
Ja. Der SBF See ist Voraussetzung für die SKS-Prüfung, aber deine Seemeilen dürfen auch aus der Zeit davor stammen. Wichtig ist nur, dass sie auf Yachten in Küstengewässern gefahren wurden und sauber bestätigt sind.